Zukunftsperspektiven nach der Ära Bosch

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06.02.2019 IG Metall, Gesamtbetriebsrat und Firma Bosch regeln Bedingungen für Verkauf. Tarifvertrag zu Investitionen und Beschäftigungssicherung abgeschlossen

06.02.2019

Mitte 2018 gab Bosch bekannt, die Packaging Technology zu verkaufen. Betroffen sind Betriebe in Crailsheim, Waiblingen und Viersen (Robert Bosch Packaging Technology GmbH) sowie in Dierdorf (Makat Candy Technology GmbH), Dresden (Pharmatec GmbH), Frankfurt (Valicare GmbH), Königsbrunn (Ampack GmbH), Schopfheim (Hüttlingen GmbH) und Remshalden (Bosch Packaging Systems GmbH).
Nun, sieben Monate später, haben die Firma Bosch, IG Metall und Gesamtbetriebsrat einen Tarifvertrag zur Zukunftssicherung von Beschäftigung und Standorten abgeschlossen. Verhandlungsführer Uwe Bauer, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Schwäbisch Hall ist mit dem Ergebnis zufrieden: "Die erzielte Einigung beinhaltet verbindliche Sicherheiten für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Zukunftsperspektiven für die Zeit nach der Ära Bosch."

Was heißt das unterm Strich?

In dem sogenannten Überleitungstarifvertrag sind die Fortgeltung der bisherigen Tarifbindungen für mindestens fünf Jahre festgeschrieben. Die Kündigung eines bestehenden Tarifvertrages oder der Austritt aus dem Arbeitgeberverband könnte frühestens mit Wirkung zum Ablauf des sechsten Jahres nach dem Verkauf erfolgen. Auch für bislang nicht tarifgebundenen Standorte wie Schopfheim und Dresden wurden mit Regelungen zu Beschäftigungssicherung und einer Verhandlungsverpflichtung zum Abschluss von Haustarifverträgen die Weichen Richtung Tarifvertrag gestellt. Für alle Standorte besteht für mindestens drei Jahre nach dem Verkauf eine Standortzusage
Darüber hinaus sind einseitige Kündigungen von bestehenden Konzern- und Gesamtbetriebsvereinbarungen innerhalb von drei Jahren nach dem Verkauf ausgeschlossen, alle Arbeitsverträge bleiben in ihrer bisherigen Form bestehen. Der Verkauf hat auch keinen Einfluss auf bestehende Altersteilzeitverträge, ruhende Arbeitsverhältnisse oder Wiedereinstellungszusagen, die betriebliche Altersvorsorge wurde abgesichert.

Investitionszusage mehr als verdoppelt

Die Firma Bosch macht an die Packaging Technology GmbH eine Investitionszusage, die das bisherige Investitionsbudget von 13 Millionen aus 2018 auf 26,5 Millionen in 2019 mehr als verdoppelt. Für die deutschen Standorte sind davon im Jahr 2019 insgesamt 17 Millionen Euro vorgesehen. "Das nenne ich eine ordentliche Mitgift" kommentiert der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates der Firma Bosch Andreas Biermayer und beschreibt das Erfolgsrezept der Arbeitnehmervertretung: "Im Fokus unserer Verhandlungen standen die Beschäftigten mit ihren Jobs und den damit verbundenen Bedingungen. Jeder Standort war uns wichtig - egal wie groß oder klein." Thomas Beckenbauer, Vorsitzender der gewerkschaftlichen Vertrauensleute am Standort Crailsheim ergänzt: "Viele Hundert IG Metall-Mitglieder haben uns den Rücken gestärkt. Mit der Gewissheit ihrer Unterstützung stehen wir einer Übernahme durch einen neuen Anteilseigner zuversichtlich gegenüber."

Letzte Änderung: 06.02.2019